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Momentaufnahme von Anne Schäpsmeier und ihrer jungen Islandstute in der Töltausbildung.

Der Weg zu einem taktklaren und bequemen Traumtölt

Tölt richtig reiten

Ich möchte mich hierbei genauer mit dem Sitz im Tölt beschäftigen. Wer ein 3-gängiges Pferd reitet, hat es definitiv leichter, was die Gangschaltung angeht!
Reite ich aber ein Islandpferd oder anderes Gangpferde, bekomme ich ohne ein gutes Körpergefühl für mich und mein Pferd Probleme.

Das erste Ziel ist, dass unsere Pferde locker und zwangslos laufen, um überhaupt einen taktklaren Tölt genießen zu können.
Genau da fängt das Problem aber an.

Der Tölt ist einer der problemanfälligsten Gänge, die unsere Isis uns schenken. Er muss von Pferd zu Pferd sehr Individuell betrachtet und durch den Reiter entsprechend unterstützt werden.
Das bedeutet, dass wir mit unseren Sitzhilfen sehr flexible sein müssen um das Pferd bestmöglich unterstützen zu können.

Feine Sitzhilfen für einen lockeren Tölt

Die Hilfen, die uns zur Verfügung stehen, sind sehr vielfältig. Die Sitzhilfe kann vom Becken oder Oberkörper her betrachtet werden. Beides steht in einer engen Verbindung mit einander. Wir können unseren Oberkörper und unser Becken entweder mehr aufrichten oder das Becken etwas mehr abkippen, den Oberkörper aber aufgerichtet lassen. Unsere Bauchmuskeln haben in den meisten Fällen eine etwas erhöhte Grundspannung. Bildlich gesprochen ziehen wir den Bauchnabel etwas nach innen oben.

Ursache und Wirkung

Das Becken

Wenn wir uns jetzt diese Möglichkeiten der Hilfen genauer anschauen, kann jede einzelne beim Reiter schon dazu führen, dass er sich verspannt. Um das Becken aufzustellen und mühelos da stehen zu lassen ohne in der Hüfte steif zu werden, braucht es eine elastische und gut arbeitende Muskulatur. Gerade das Becken ist im Tölt sehr wichtig, die Bewegung können wir uns wie eine liegende acht vorstellen.

Nur, wenn wir es schaffen dieser fließende Bewegung zu folgen, ohne unser Pferd zu behindern und ohne jede Spannung im Sitz zu verlieren, können wir den Tölt wirklich über den Sitz reiten.

Die Körpermitte

Kann ich die Bauchmuskeln nicht isoliert ansteuern, verkrampfe ich mich, werde fest und unbeweglich. Die Schwierigkeit der richtigen Nutzung der Bauchmuskeln liegt zum einen in der Dosierung, zum anderen in der Kontinuität und dem Erhalt des Atemflusses. Versuche ich krampfartig die Bauchmuskeln anzuspannen, limitiere ich meine Einatmung.

Eine schnelle Reaktion und gute Ansteuerung der Bauchmuskeln ist also ein must have!

 

Ich fasse also zusammen, Becken, Oberkörper und Bauch müssen arbeiten. Ich muss so locker wie möglich bleiben und so viel Spannung wie nötig aufbauen. Meine Beine sollen locker aus Hüfte nach unten fallen, aber natürlich nicht wild wackeln.

Fehlerquellen und Folgen

Die Folgen eines nicht korrekten Sitzes, sehen und fühlen wir, wenn unsere Pferde Ihren Takt verlieren oder wir den Tölt erst gar nicht reiten können. Die Gangveranlagung eines jeden Pferdes macht es einem natürlich leichter, schwerer oder manchmal unmöglich zu tölten.
Mache ich mich zu fest, wird mein Pferd auch zu fest, wird passig und findet, wenn wir Pech haben auch keinen Trab mehr. Bin ich zu spannungslos wird mein Pferd sich zum Trab verschieben oder wir finden den erst Tölt gar nicht. Falle ich nun ins Hohlkreuz, weil meine Rumpfmuskulatur nicht kräftig genug ist, oder stämme ich mich in die Steigbügel und lehne mich weiter zurück, habe ich es geschafft, mein Pferd läuft mit weggedrückten Rücken (konkave Rückenlinie). Ein Unterhals entsteht und die Hinterhand fällt nach hinten aus, anstatt Last aufzunehmen. Spätestens jetzt sind wir dabei angekommen, dass es nicht nur unangenehm für Pferd und uns Reiter ist sondern, dass wir dem Pferd auch schaden.

Wenn ich gelernt habe meinen Körper so einzusetzen, dass ich mein Pferd bestmöglich unterstützen kann, habe ich die Grundvoraussetzung geschaffen für einen Tölt der Pferd und Reiter Freude macht.

Gastbeitrag by Anne Schäpsmeier

Osteo Concept Coach nach Barbara Welter Böller